Sonntag, 3. Februar 2013

Home Grown All Natural Regent 2011 Asperger Berg, Tafelwein


Nach langer Durststrecke gibt es hier auch mal wieder ein Post zum Thema Württemberger Wein. Den heutigen Wein darf ich rechtlich zwar nicht Württemberger Wein nennen, aber er wurde zumindest im württembergischen Teil von Baden-Württemberg herangezogen und „ausgebaut“. Nun was für ein ausgefallener Wein mag das wohl sein? Ein Hown Grown All Natural Regent aus dem Jahr 2011 und gelichzeitig ein,  höchstwahrscheinlich etwas masochistischer - wir werden sehen - , Selbstversuch! Ein bedauernswerter Selbstversuch meiner We(i)nigkeit einen „Vin Naturel“ in Deutschen Landen herzustellen! Lasst uns mal schaun was dabei  herausgekommen ist:

Zunächst, die trockenen Rahmendaten des Weines: Ich habe es mir natürlich leicht gemacht und habe eine Rebsorte ausgesucht die viele Fehler verzeiht: Regent (deshalb habe ich „Vin Naturel“ auch in Anführungszeichen gesetzt)! Eine moderne und pilzresistente Rebsorte bekannt durch ihre Qualität und Tendenz hin zu belanglosen, dunklen und fruchtigen Weinen die Niemandem so richtig ans Bein pinkeln, aber auch nicht wirklich so richtig ekelig sind! Gelesen wurde das Traubenmaterial Anfang September 2011, durchlitten hat es leicht mehr als drei Wochen einer brutalst möglichen offene Maischegärung um anschließend bis Dezember 2012 im Glasballon ausgebaut zu werden. Geschönt, filtriert oder geschwefelt wurde natürlich nicht. Ich, mit meinem unglaublich kompetenten Können, hätte mit diesen Interventionen den Wein wahrscheinlich komplett verhunzt! Und wie hat er geschmeckt ...



Home Grown All Natural Regent 2011 Asperger Berg, Tafelwein
? % Alkohol - nicht zu stark, sensorisch geschätzt ca. 12%, verkostet am 30.01.2013

Nun zu meinen Eindrücken: Die Farbe des Weins wirkte sehr jung, hatte durchaus schöne strahlende Reflexe, zeigte noch etwas Kohlensäure und hatte für einen Regent eine in Ansätzen noch ziemlich „durchsehbare“ Farbe. Daher konnte man auch so manches Schwebepartikelchen erblicken. 

Der Duft erschien mir sehr frisch, leicht und sehr fruchtig! Die Frucht wurde bestimmt durch Heidelbeeren und ein wenig helle Kirschen. Abgesehen von der Frucht war nicht viel los. Also eine eher sehr einfältige Angelegenheit! Ich war eigentlich schon froh, dass ich keinen Essigstich aufgeschnappt habe! Puhh, nochmal Glück gehabt ;-)! 

Der Geschmack war ebenfalls sehr einfach, aber durchaus recht klar und sauber! Ich meinte viel saftige frische Frucht von Heidelbeeren und wesentlich mehr, im Vergleich zur Nase, hellen Kirschen zu schmecken. Daneben auch ganz leichte Anklänge von hellem Rauch. Mineralische Noten? Ich glaube nicht! Die Säure war eigentlich sehr angenehm, der Alkohol gut integriert und die vermuteten Restzuckerwerte haben sich auch in akzeptablen Regionen bewegt. Wahrscheinlich hätte der Wein noch ein wenig mehr durchgären sollen (aufgrund der minimal produzierten Menge konnte ich das nicht wirklich gut überprüfen)! 

Wiederrum war ich froh, dass der Wein weder säuerlich, oxidiert oder sogar nach Essig schmeckte! Nun ja um ganz ehrlich zu sein, eigentlich auch ein klein wenig Schade, denn ich habe mich im Vorfeld schon darauf gefreut mal so richtig einen Wein jenseits jeglicher Gefahr von Konsequenzen in die Tonne treten zu können :-) ! Wie auch immer! 

Zusammengefasst: leichte, fruchtige (für meinen Geschmack vielleicht etwas zu fruchtig), sicher gut trinkbare, nicht sehr charaktervolle und sicher etwas belanglose Angelegenheit! Immerhin meine ich sagen zu können: Er hat irgendwie schon etwas "natürlich" geschmeckt  ... ;-)

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