Samstag, 26. Mai 2012

Ein fast weisser Lemberger

Als Nachzügler der zweiten Themenwochen von DasWeinforum hat sich doch noch ein Lemberger Blanc de Noir auf meine Terrasse verlaufen. Diesen hatte ich gemeinsam mit Forumianern und einigen wesentlich interessanteren Rieslingen aus dem Rheingau, Rheinhessen, Württemberg, Kremstal und dem Kamptal.


Weingut Wachtstetter, Lemberger Blanc de Noir trocken 2011
12,5%, verkostet am 25.05.2012

Sodelle, wie schon erwähnt habe ich heute noch einen verspäteten Repräsentanten des württemberger Lembergerwesens. Eine etwas anderen und für meinen Gaumen eine gänzlich neue Form von Lemberger. Eine Lemberger Blanc de Noir vom Weingut Wachtstetter in Pfaffenhofen, dass sich meiner Meinung nach insbesondere durch seine sehr ansprechenden und günstigen Lembergerweine in Württemberger Lande hervortut.
Die Farbe des Weines war meiner Meinung nach nicht wirklich BdN. Mehr an ein extra fahles blass Lachsrosa erinnernd. Nun ja, so entscheidend war das für mich jetzt auch nicht! Die Nase stellte mich vor eine Herausforderung. Ein wenig diffuse und ganz sicher, für mich zumindest, ungewöhnliche Düfte für einen "Weißwein" schlupften in meine Nase. Ich bildete mir ein etwas Kirschölduft aufzuschnappen, ein wenig anstrengendes Damenparfüm, einen etwas aggressiven und säurigen Unterton, sowie eine etwas "breite Stilistik". Der Geschmack war geprägt von einer kräftigen Säure, ganz leichter und wahrscheinlich eingebildeter Kirsch- und rote Johannisbeeraromatik. Im Abgang vielleicht ein wenig petrolig. Dennoch im Geschmack mir einiges angenehmer als die Nase vermuten ließ. Meiner Ansicht ein wenig zu ausdrucksarm und ein wenig zu sehr von Säure begütert. Am zweiten Tag, also jetzt im Moment, erscheint er mir ein wenig mehr fruchtige Kraft zu haben und seine spitzen und säurigen Kanten zu abzurunden. Ich meine ein interessanter und experimenteller Wein, aber mehr auch nicht wirklich. Zugegebenermaßen etwas besser als ich befürchtet habe ;-). Dank der heutigen Verbesserung doch ein
(o)



Weingut Battelfeld-Spanier, Riesling -S- Hohen-Sülzen trocken 2007, Rheinhessen
schön ausgewogener und runder, schnell zugänglicher, nicht an Frucht missender Riesling mit sehr anständiger Länge 
(+)

Weingut J. B. Becker, Riesling Wallufer Walkenberg Spätlese 1989, Rheingau
Oxi-Rama ;-), aber dennoch trinkbar, etwas zironige Frische noch zu erahnen, bernstein-orangene Farbe, wahrscheinlich eine Korkenproblematik - ist fast von selbst herausgehüpft ;-)
(?)

Stift Göttweig, Riesling Silberbichl 2006, Kremstal
heller Farbton, ganz leicht spürbarer Alkohol, in der Nase etwas süßlich, im Geschmack nicht so sehr, jetzt guter und nicht all zu komplexer Trinkgenuss der gut ausgestattete Zitronenaromen, etwas Exotik und etwas Cremigkeit mit sich bringt.
(+)

Weingut Hirsch, Riesling Zöbiger Heiligenstein 2004, Kamptal
eigentlich ein Totalausfall, zu alt, den einstigen Dampf(hammer) kann man noch vermuten, letztlich größtenteils bitter und rauchig, zu lange gewartet
(?)

Weingut Röll, Riesling Alte Reben 2011, Württemberg
sehr frischer, sehr grün würziger, an unreife Banane erinnernd, mit strenger Säure und weniger Frucht, vom Holzfassausbau nicht so extrem viel zu spüren, war nicht so meins ...
(-) 

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