Montag, 5. März 2012

Der Kenner trinkt ein Kochwein!

Württembergische Weingärtner-Zentralgenossenschaft, Horrheimer Klosterberg Lemberger Spätlese trocken 2009
12,5% Vol., verkostet am 05.03.2012

Vor einigen Wochen wurde mir dieser Lemberger von einem Sommelier eines Sternerestaurants, dass nebenbei bemerkt nur einen Speerwurfweltrekord entfernt von meiner Residenz entfernt ist – ich Glücklicher, als der einzige Wein der WZG empfohlen, den man trinken kann. Nun gut! Ich mache sonst immer einen recht großen Bogen um diese "Weinfabrik" herum, aber dieses mal hab ich mir gedacht: Ich bin tolerant, wissbegierig, wagemutig und vielleicht auch wahnsinnig. Versuchen wir es mal! Die Trauben für den Lemberger kommen aus dem Horrheimer Kolsterberg bei Vahingen an der Enz und wurden in „Der Fabrik“ in Möglingen bei Ludwigsburg im großen Holzfass ausgebaut.


Die Farbe in meinem Glas erscheint mir klassisch für einen Lemberger. Ein kühleres und dunkles Rot. Am Rand ist er vielleicht etwas fahl. Meine Nase kann leichte animalische Noten auffangen, eine recht herbe Würze, wie sie bei Lembergern durchaus klassisch ist, ein wenig Sauerkirschen und ein Stich von Süße. Die Geruchsnuance die mich an Brühwürfel aus Schweizer Produktion erinnert, trägt nicht zu meiner Begeisterung bei. Der Geschmack ist noch ziemlich frisch, die Tannine sind jedoch keinesfalls mehr hart. Ob sie das je gewesen sind!?! Der Körper ist eher leicht bis mittelschwer und die Säure eigentlich ganz gut balanciert. Die Geschmacksaromen werden von klassischen herben Lembergeraromen, bei diesem Wein eher etwas mild, dominiert. Insbesondere die Sauerkirschen tun sich positiv hervor. Weiter meine ich im Geschmack den von mir titulierten „Schwäbischen Schweiß“, mit diesem Ausdruck verbinde ich gerne einen subjektiven Eindruck von Süßreservenzugabe und Maischeerhitzung, nicht feststellen zu können. Bei meinem Naseneindruck bin ich mir dessen nicht so ganz sicher. Wie auch immer. Der Wein scheint mir trinkbar zu sein. Vielleicht nicht weiter erwähnenswert, aber trinkbar oder auch schon ganz okay. Wenn ich es mit Punkten hätte, habe ich ja nicht, dann währen 80 Zähler sicherlich drin.
Im Herbst letzten Jahres hatte ich das zweifelhafte Vergnügen bei der Jahresprobe der WZG Vorort gewesen zu sein. Damals ist mir der Wein weder positiv noch negativ aufgefallen. Was eigentlich schon als Lob zu sehen ist ;-)! Trotzdem! Jetzt wird er verkocht!

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