Sonntag, 8. Januar 2012

Äußerst gelungenes Schnäppchenobjekt mit zeitverzögertem Genuss!

Weingut Wachtstetter Lemberger Ernst Combé 2003
13,5% Vol. verkostet am 06.01.2012

Es zeigt sich mal wieder, dass 2003 für Lemberger ein fantastisches Jahr sein konnte. Im Gegensatz zu vielen Spätburgundern zeigen sich viele Lemberger wunderbare Balance und Langstreckenqualitäten. Meines Erachtens, nachdem ich in den letzten 3 Monaten einige Spitzenlemberger aus 2003 trinken konnte, ist jetzt ein wunderbarer Zeitpunkt zum Genuss der 2003er Oberliga. Das schöne am Ernst Combé Lemberger von Wachtstetter ist zusätzlich dazu sein wunderbares PLV. Für ca. 14 Euro kann man kaum mehr verlangen.

Die Farbe des Ernst Combé erscheint mir noch sehr jugendlich und tief dunkel. Ich kann nur sehr wenige bräunliche Reflexe am Rand feststellen.

Der Duft erscheint in den ersten 2 Stunden sehr „wachtstetterisch“ (etwas überparfümiert in Kombination mit knackigen Holzaromen)! Eine Eigenschaft die ich schon sehr oft bei seinen Weinen feststellen konnte, welche aber nach wenigen Stunden komplett verfliegt. Übrig bleiben kräftige Anklänge von Brombeeren, dunklen Johannisbeeren, etwas Kirschen, gewisse ätherische Nuancen, erdige Aromen und anständig viel Rauch. Dieser kräftige Eindruck zivilisierte sich mit fortschreitenden Stunden. Am zweiten Tag zeigte sich meiner Ansicht nach ein fantastisch rundes Bild.

Der Geschmack ist äußerst kraftbetont und sehr lange anhaltend. Viel Lakritz, Süßholz, die pure Wonne an Blaubeeren, Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren. Auch würzige ätherische Noten, sehr zivilisiertes Holz und eine typische Lemberger Herbe kombiniert mit feiner Fruchtsüße. Auch die Säure ist toll integriert. Wiederum lohnte auch hier das Warten. Zu Beginn erschien der Wein etwas anstrengend, da er viel Leben inne hattte. Nach 2 bis 3 Stunden in der Flasche machte er komplett auf. Am zweiten Tag kam mir der Wein noch distinguierter und beeindruckender vor. Er hat nochmals an Seidigkeit gewonnen ohne an Kraft und Ausdruck zu verlieren. Die Fruchtaromen hingegen wiesen am zweiten Tag eher in Richtung rote Johannisbeere, Zartbitterschokolade, etwas dunkle Kirschen und Erdigkeit. Ein absolut toller Genuss aus dem noch Unterland!

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